Die Archäoschmiede Repliken archäologischer Fundstücke Archäotechnik und Experimentelle Archäologie
Die keltischen Bewohner des nördlichen Alpenvorlandes beherrschten die Gewinnung von hochwertigem Eisen und entwickelten die Technik der Herstellung von Stahl durch gezielt gesteuerte chemische Prozesse schon während der Verhüttung, spätestens jedoch bei der Aufbereitung des gewonnenen Eisens.
Kein Wunder, dass die Produkte keltischer Schmiede begehrte Güter waren auch für andere Völker.
Dieses Schwert wurde im Original bei Nienbüttel in der Nähe von Hamburg an der unteren Elbe gefunden und datiert kurz vor Beginn unserer Zeitrechnung. Es diente als Grabbeigabe. Das Original befindet sich im Niedersächsischen Landesmuseum in Hannover. Es zeigt sowohl keltische Elemente, wie die Eisenscheide und den gebogenen unteren Griffabschluss, als auch germanische. Germanisch sind hier die schräg gegenüber angebrachten Trage-Ösen, der bronzene Knaufkopf und ein stabförmiger Scheidenabschluss aus Bronze. Im Grab gefundene tierkopfförmige Riemenenden könnten als Aufhängevorrichtung gedient haben. Die Riemenenden für diese Schwertscheide habe ich anthropomorph gestaltet.
Der stabförmige Scheidenabschluss, ebenfalls mit Kreisaugenscheiben aus Bronze. Das Schwert aus Nienbüttel wurde mit einer Fibel vom Typ Almgren 19a zusammen gefunden. Dieser Fibeltyp datiert in die Jahrzehnte um Chr. Geb..