Die Archäoschmiede
Repliken archäologischer Fundstücke
Archäotechnik und Experimentelle Archäologie

Germanische Messer

Oben: einfaches Vielzweckmesser ohne genaues Fundvorbild. Bislang gibt es keinen sicheren Beleg für die Verwendung von Hirschgeweih als Material für Messergriffe aus germanischen Kontexten.

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Oben: Exakte und schmiedegerechte Rekonstruktion eines Messers, das auf der Schnippenburg, Gemeinde Ostercappeln, Landkreis Osnabrück gefunden wurde. Die Schnippenburg ist eine durch zahlreiche keltische Importfunde geprägte Wallanlage der vorrömischen Eisenzeit, datiert zwischen 268 +/-10 und ca. 170 vor Chr. Metallanalysen ergaben keine lokale Herkunft des Eisens. Es ist sowohl denkbar, dass Fertigprodukte aus der keltischen Kulturzone eingeführt wurden, als auch, dass eingeführtes Material lokal verarbeitet wurde. Dieses Messer wurde vermutlich als Haushalts- oder Küchenmesser genutzt.

Diese beiden nur ca. 10 cm langen Eisenmesserchen sind Nachbildungen von im Süden Dänemarks in den Bestattungsurnen von Frauen gefundenen Originalstücken. Sie stehen in der Tradition der kleinen laténe-zeitlichen keltischen Messerchen und stammen aus der vorrömischen Eisenzeit um etwa 200 vor Chr. Als offenbar typische Beigabe in Frauengräbern reichen sie zeitlich bis in die Mitte des 1. Jh. nach Chr. Vermutlich waren sie Bestandteil der Frauentracht und dienten vielleicht als Kräutermesser oder auch als Messer für das Auftrennen von Nähten.
Bemerkenswerterweise kommen Scheren, die man ja auf Anhieb mit der Textilverarbeitung verbinden will, fast ausschließlich in Männergräbern vor.

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