Germanische Reiterwaffen 9 n. Chr.

Ein germanischer Sporn aus Kalkriese
und eine germanische Lanze

- Waffen eines germanischen Reiters -

Germanische Messer

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Ein Sporn ist bislang der einzige eindeutig und unzweifelhaft germanische Fund vom Schlachtfeld von Kalkriese, dem vermutlichen Schauplatz der Varusschlacht 9 n. Chr.
Er besteht aus einer dem Fersenverlauf angepassten Basisplatte sowie dem aufgenieteten eigentlichen Sporn. Die Niete, mit denen der Sporn am Leder entweder des Schuhs oder eines Spornriemens befestigt war, sind erhalten geblieben. Sie zeigen die Dicke des Leders an, ca. 2,5 - 3 mm, wobei an der Stelle der Niete das Leder zusammengepresst war.

Die Nachbildung des Sporns besteht ebenfalls aus der geschmiedeten Basisplatte und einem geschmiedeten und zurechtgefeilten Sporn, der unten einen Zapfen aufweist, der in der Basisplatte steckt und auf deren Unterseite vernietet ist.

Sporen werden gelegentlich als Beigaben in Gräbern des Elbegebietes und östlich davon entdeckt, jedoch in der frühen römischen Kaiserzeit, also den Jahrzehnten um Christi Geburt immer als Einzelstück, nicht paarweise.

Möglicherweise sind sie nicht paarweise benutzt worden, denn wenn sie doch paarweise benutzt worden sind, was machte man dann mit dem nicht beigegebenen Exemplar? 

Der Sporn aus Kalkriese belegt die Anwesenheit zumindest eines germanischen Reiters, weshalb ich passend zum Sporn eine Lanze angefertigt habe, wie sie fast regelhaft in Gräbern mit Sporen angetroffen wird.

In der Zeit der Varusschlacht sind Mittelrippen, die in der La Téne-Zeit recht kräftig waren, meist nur noch schwach ausgeprägt, wie auf dem linken Bild zu sehen ist, häufig fehlen sie ganz. Die Lanzen bekommen mehr und mehr einen rhombischen Querschnitt oder gar einen flach-ovalen linsenförmigen.
Dies könnte mit dem Wegfallen des Einflusses der Kelten zusammenhängen, nachdem Rivalitäten untereinander und die Unterwerfung durch die Römer die keltische Zentren am Ende der Spätlaténezeit zerstört hatten.
Das Bild rechts zeigt ein kräftiges, einschneidiges Hiebschwert, wie es ab Chr. Geb. immer häufiger wurde.
Vorgänger gibt es schon aus dem 4. Jh. vor Chr., jedoch mit in der Mittelachse der Klinge liegender Angel.
Dieses Schwert stammt im Original aus dem Gräberfeld von Hamburg-Putensen und datiert in die erste Hälfte des 1. Jahrhunderts nach Chr.
Der Griffbereich ist nicht herausgeschnitten, sondern über dem Amboßhorn in Form geschmiedet.

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